Geschichten & Gedichte


Die Schöpfung der Sonne und der Liebe


Einst, als die Sonne noch nicht geboren war,

als weder ihre Leuchtkraft,
noch ihre Fähigkeit Wärme zu schenken,

weder ihre Form,
noch der Ort, an dem sie ihren festen Platz im Universum haben sollte,

als weder Raum, noch Zeit existierten,
in der sie ihr Dasein erleben sollte,

weder Licht
noch Dunkelheit herrschten,

weder Farbe
noch Klang existierten,

hatten die Wesen
weit weit weg,
irgendwo in einer fernen Dimension

plötzlich den Impuls,
Freude und Fröhlichkeit zu kreieren.

Lange Zeit wussten sie nicht,
wie sie das anstellen sollten.

Sie beratschlagten sich viele Äonen lang
und immer wieder kamen neue,
schöne Gedanken zu der Idee von Freude und Fröhlichkeit.

So etwas wie Farbe begann zu entstehen,
So etwas wie Klang schien plötzlich in den Lüften
zunächst ganz leise und unglaublich sphärisch.

Und sie fragten sich,
wie das sein konnte,
dass es plötzlich schien,
als könnten sie in diesem „Nichts“, in dem sie sich glaubten,

ein ganz zartes Leuchten erkennen.


Am Anfang nahmen sie es einfach nur zur Kenntnis
und sagten sich

-Die Dinge erscheinen so, wie wir glauben,
dass sie sein könnten!


Bald spürten sie jedoch,
dass immer dann, wenn sie zusammenkamen,
um darüber zu reden,
wie sie Freude und Fröhlichkeit zum Ausdruck bringen könnten,

dieses zarte Leuchten,
dass sich ganz langsam im gesamten Universum ausbreitete,
immer stärker, kraftvoller und heller wurde!

Und sie hörten,
wie auch dieser ganz leise Klang
sich von Zusammenkunft zu Zusammenkunft
veränderte,
wie er geschmeidiger wurde,
voller und doch fühlte er sich immer noch
leicht an.

So leicht, wie die Wesen sich selbst sahen und fühlten
und so leicht,
wie die Wesen das Universum betrachteten!

Viele Äonen waren vergangen,
in denen die Wesen
weiter einfach zur Kenntnis nahmen,
was sich als Erscheinung zeigte
und sie sagten sich

-Die Dinge sind so,
wie wir denken, dass sie sind!


Es verging kein einziger Moment mehr,
seit dem Anfang des Gedankens
an Freude und Fröhlichkeit,
in dem die Wesen nicht
daran gedacht hätten,

wie all dies aussehen könnte
und sie waren wahrhaft kreativ in ihren Gedanken!

Sie dachten daran,
sich Gestalt zu geben!

Eine Form und Konsistenz
um Freude und Fröhlichkeit anfassen berühren und erleben zu können,
sie bewundern und betrachten zu können.

Sie dachten daran,
sich Gefühle zu kreieren,
denn sie erkannten,
dass dies sehr wichtig schien,
um all das bisher Kreierte überhaupt erspüren zu können!


Sie kamen auf die Idee „ein Spiel“ zu kreieren,
in dem so etwas wie Freude und Fröhlichkeit erst
wirklich einen Platz finden könnte!

Und so vergingen weitere Äonen
und auf einmal waren die Wesen
an einem Punkt angelangt,

an dem ihnen klar wurde,
dass sie so noch unendlich „sitzen“ konnten,
und weiterdenken und kreieren,
wenn sie nicht einen Moment festlegen würden,
an dem alles beginnen sollte!

Und es war ihnen allen klar,
dass sie einen Rahmen für all dies brauchten,
in dem sich Freude und Fröhlichkeit
und alles, was sie dazu erdacht hatten,
bewegen und manifestieren konnte!

Sie blickten zurück und schauten zum ersten Moment
ihrer Gedanken an Freude und Fröhlichkeit
und fügten alle die Momente,
in denen sie zusammen saßen zusammen
und erfassten,

dass dies einen sehr großen Raum von Miteinander Sein
und Tun ergab,
in dem sehr viel Bewegung stattgefunden hat!

Sie nannten diesen Raum ,
in dem sie nun schon Gefühle erlebten und auch austauschten
Zeit.

Und so entstand der allererste Zeit-Raum.

Sie sagten

-Die Dinge sind so,
wie wir uns darin bewegen
und wie wir darin wandeln!


Mit den Gefühlen der Wesen hatte sich auch das Leuchten im Universum verändert!


Inzwischen hat es viele Nuancen angenommen,
ein ganzes Spektrum von -klar-
das begann, sich in verschiedenen Daseinsformen zu äußern!

Einmal schien es weich zu fließen und ein anderes mal schien es eher wie starr in irgendeiner Form zu verharren!
Mal schien es wässrig, und ein andermal sehr erdig!

Auch der Klang hatte sich inzwischen verändert
und sie glaubten,
nicht nur einen Klang zu hören,
sondern in diesem einen Klang
schienen Tausend Töne sich zu vereinen
und sie wussten es ist alles in Einem vorhanden
und das Eine ist Alles.


Als die Wesen das erkannten,
erkannten sie ,
dass sie selbst sich widerspiegelten in dem, was
sie im Außen sahen und hörten

und sie sagten

-Die Dinge erscheinen uns so,
wie wir selbst sind!



Sie schauten sich gegenseitig in ihre Seelen
und erkannten ein jeder einen Teil seines Selbst
im Anderen!


Das überwältigte sie so sehr,
dass sie zum Erstenmal spürten,

dass das,
was sie all die Äonen lang kreiert hatten,
worüber sie so unendlich lange nachgedacht hatten,
wie sie all dies ins Leben rufen könnten,
langsam aber beständig,
Stufe um Stufe
längst schon zur Realität geworden war.


Sie waren gerührt und erfüllt von Freude und Fröhlichkeit
und überwältigt ob der Kraft und Macht ihrer Gedanken
und dieser Erkenntnis.

Plötzlich tat sich eine nie geahnte Dimension
vor ihnen auf und es war,
als hätte sich ein Schleier gehoben.

Sie schauten in die Farben des Leuchtens
die ihnen Beschwingtheit,
Heiterkeit ,
Fröhlichkeit,
Wärme
und
eine große Freude in ihren Seelen bereiteten.

Sie beschlossen,
diesem kraftvollen Leuchten
die Ehre zuteil werden zu lassen.

Es für alle Ewigkeiten
in Dankbarkeit und mit großer Hingabe
für all diese wunderbare Erkenntniss,
das Geschenk dieser großen Kreativität
und für alle diese einmaligen Momente
neuer Schöpfung
zu ehren.

Und ihm den Platz zuteil werden zu lassen,
an dem sie sich diese vielen Äonen lang
versammelt hatten!

Sie nannten diesen heiligen Ort

-Sonne-



Sie hörten diesen einmaligen,
bis heute für kein Wesen mit Worten
je beschreiblichen Klang

der immer stärker wurde
und in seiner Schönheit vollkommen,
je tiefer die Wesen sich betrachteten,
einander und sich selbst erkannten.

Und sie nannten diesen bis heute einzigartigen Klang,
der einst als zarter Gedanke ihrer Seelen
ganz leise begann

und immer voller, fröhlicher und
bunter wurde

und ebenso alle Nuancen von Licht in sich zu tragen scheint,
der tausend Töne in sich birgt und doch zugleich immer nur einer ist,

der einmal ganz ruhig, ein andermal ganz laut zu sein scheint,
zuweilen sehr präsent und dann wiederum wie aus weiter Ferne ganz sachte nur schwingt,
und trotzdem immerfort da ist

-Liebe-


und sie sagten:

-Die Dinge sind so,
wie wir sie uns erschaffen!


Written by Karin Semle
AcamnaTara



Erster Kontakt und Anfrage über: acamnatara@gmail.com